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(c) Martin Fengel

In ihrem aktuellen Roman »Paula« [Hanser Berlin, 2017] begibt sich Sandra Hoffmann auf die Spurensuche nach dem Leben ihrer Großmutter, die zeitlebens ein großes Geheimnis hütet und den Fragen der Enkelin behaarlich ausweicht: Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war. Kunstvoll verbindet Sandra Hoffmann Realität und Fiktion und nähert sich tastend der möglichen Biografie einer Frau, die ihr erdrückend nahe war und von der sie doch recht wenig weiß. Eindrucksvoll erzählt die Autorin von der erdrückenden Macht des Schweigens sowie dem Versuch, die Lücke zwischen dem was war und dem was gewesen sein könnte, zu schließen. In eindringlicher Sprache erzählt sie eine Geschichte, die das Ausschweigen der Lebenserzählungen dreier Frauengenerationen ihrer eigenen Familie thematisiert. Wer war die Großmutter Paula, wie war ihr Leben und wer war der Großvater, der Mann, der die Mutter zeugte? »Paula« ist ein berührendes Stück Zeitgeschichte.

Am 24. Januar ist die Autorin Gast der Reihe »Literatur in der Lounge«.

Sandra Hoffmann, 1967 in Laupheim, geboren, lebt als freie Schriftstellerin in München. Sie arbeitet für das Literaturhaus, unterrichtet kreatives Schreiben und schreibt für das Radio.2002 debütierte sie mit der Erzählung »Schwimmen gegen Blond«. Es folgten die Romane »Den Himmel zu Füßen« [2004] und »Liebesgut« [2008]. Für ihren letzten Roman »Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist« [2012] erhielt sie den Thaddäus-Troll-Preis. Für »Paula« erhält sie den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2018.