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Das Weiterbildungssparen ist eine weitere Komponente der Bildungsprämie: Durch Änderung des Vermögensbildungsgesetzes (VermBG) ist seit dem 1. Januar 2009 eine vorzeitige unschädliche Entnahme aus dem angesparten Guthaben möglich, um den Eigenanteil einer individuellen beruflichen Weiterbildung zu finanzieren. Die Arbeitnehmersparzulage geht dabei nicht verloren – auch wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist.

Die Möglichkeit des Weiterbildungssparens kann auch in Anspruch genommen werden, wenn die Anmeldung zu einer Maßnahme bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt ist oder der Kurs bereits begonnen hat. Allerdings muss laut VermBG das entnommene Guthaben innerhalb von drei Monaten für Weiterbildungszwecke verwendet werden. Dass die Verwendung des Erlöses innerhalb dieser Frist erfolgen wird, hat der Nutzer oder die Nutzerin dem Anlageinstitut (Bank, Sparkasse, Bau-Sparkasse o.ä.) gegenüber zu bestätigen.

Voraussetzungen für die Nutzung

Vom Weiterbildungssparen können alle Personen profitieren, die über entsprechende Ansparguthaben verfügen und sich zuvor in einer anerkannten Beratungsstelle zur beruflichen Weiterbildung haben beraten lassen. Dies bedeutet, dass auch Personen, deren Einkommen aktuell über der Grenze für den Prämiengutschein liegt (20.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen bzw. 40.000 Euro für gemeinsam Veranlagte), das Weiterbildungssparen nutzen können – vorausgesetzt, sie haben in der Vergangenheit zu dem Personenkreis gehört, der durch die Arbeitnehmersparzulage gefördert wurde.

Eine unschädliche vorzeitige Entnahme ist nur möglich, wenn die Entnahme mindestens in Höhe von 30 Euro vorgenommen wird. Sowohl die Höhe des geförderten Ansparguthabens als auch die Weiterbildungskosten müssen also die Bagatellgrenze von 30 Euro überschreiten.

Bei Anlagen im arbeitgebenden Unternehmen (Mitarbeiterbeteiligung) ist die vorzeitige Entnahme nur mit schriftlichem Einverständnis des Arbeitgebers zulagenunschädlich.

Der Spargutschein

Für die Nutzerinnen und Nutzer sind folgende Schritte sind mit der Nutzung des Weiter-bildungssparens verbunden:

  • Prämienberatung Interessierte vereinbaren bei einer „Beratungsstelle Bildungsprämie" einen Termin. Im Laufe der Beratung wird das individuelle, beschäftigungsrelevante Weiterbildungsziel ermittelt. Als Ergebnis dieser obligatorischen Beratung erhalten die Nutzerinnen und Nutzer des Weiterbildungssparens einen Spargutschein, auf dem der Name der bzw. des Beratenen, das Weiterbildungsziel sowie mindestens drei geeignete Anbieter aufgeführt sind. Der Spargutschein kann mit dem Prämiengutschein sowie weiteren ESF-kofinanzierten Länderinstrumenten (Bildungsscheck NRW, Qualifizierungsscheck Hessen) kombiniert werden. Die Beratungsstelle Bildungsprämie berät - analog zum Prämiengutschein – ausschließ-lich zur beruflichen Weiterbildung. Zu Fragen der Entnahme und der finanziellen Folgen kann nur das Anlageinstitut Auskunft geben.
  • Anmeldung bzw. Vorlage beim Weiterbildungsanbieter Der Spargutschein wird einem der genannten Weiterbildungsanbieter vorgelegt. Der Anbieter prüft den Schein unter folgenden Gesichtspunkten:

    1. Ist er als Anbieter eingetragen?
    2. Passt die geplante Maßnahme zum eingetragenen Bildungsziel?
    3. Ist er als Weiterbildungsanbieter für die geplante Maßnahme geeignet? Im Rahmen der Bildungsprämie wird auf die Einhaltung von Qualitätsmerkmalen geachtet.
    4. Kostet die Maßnahme 30 Euro oder mehr?
    5. Wenn die Identität des Weiterbildungsinteressierten korrekt ist (Personalausweis, Pass, Führerschein), trägt der Anbieter auf dem Spargutschein den Titel der Maßnahme ein so-wie die Kosten und den Beginn der gebuchten Maßnahme bzw. das Datum, bis zu dem die Zahlung erfolgen muss. Das entnommene Guthaben muss laut VermBG innerhalb von drei Monaten für Weiterbildungszwecke verwendet werden, d.h. vom Zeitpunkt der Geldentnahme bis zum Begleichen der Rechnung dürfen maximal drei Monate vergehen. Der Maßnahmenbeginn kann auch zurückliegen. Die Richtigkeit der Angaben wird durch Stempel und Unterschrift bestätigt.
    6. Einlösung im Anlage- bzw. Finanzinstitut Die Einlösung des Spargutscheins erfolgt bei dem Finanzinstitut, das die geförderte Anlage führt. Der vorgelegte ausgefüllte Spargutschein dient dem Finanzdienstleister als Beleg dafür, dass die vorzeitige Verfügung zulagenunschädlich ist. Das Anlageinstitut nimmt die vorzeitige Verfügung wie üblich vor. Dabei variieren die konkreten Auszahlungsmodalitäten je nach den spezifischen Vertragsbedingungen des jeweiligen Instituts. Über die Details zu Fragen der Entnahme bzw. der finanziellen Auswirkungen ist die Nutzerin bzw. der Nutzer vom Anlageinstitut zu informieren. Der dafür notwendige Beleg ist der ausgefüllte Spargutschein. Wichtig: Nach der Entnahme beim Anlageinstitut dürfen maximal drei Monate bis zur Zahlung der Maßnahme vergehen.

Es kann sinnvoll sein, dass die Nutzerin bzw. der Nutzer sich vor Vorlage beim Weiterbildungsanbieter bereits an das Anlageinstitut wendet, um sich zu finanztechnischen Fragen einer vorzeitigen Entnahme zu informieren.

Falls die gebuchte Maßnahme nicht zustande kommt, muss dies vom Weiterbildungsanbieter schriftlich bestätigt werden. Ein entsprechendes Formular wird auf der Homepage der Bildungsprämie zur Verfügung gestellt.

Die Nutzerin oder der Nutzer sollte in diesem Fall den Steuerunterlagen eine Bescheinigung hinzuzufügen, aus der hervorgeht, dass das Geld einer anderen, der beruflichen Qualifizierung dienenden Maßnahme zugeführt wurde. Andernfalls wäre die vorzeitige Entnahme schädlich.

Wenn Sie weitere Informationen zum Weiterbildungssparen wünschen, schauen Sie auf www.bildungspraemie.info oder laden sich den entsprechenden Informationsflyer herunter.