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(c) Kat Menschick

»Wer sich für finnische Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenliteratur interessiert, dem sei zur Einstimmung dieses Buch empfohlen«. [Deutschlandfunk]

 

»Wo bist du gewesen? Im Norden, sagte Väinämoinen, in Pohjolo, wo die Hexe Louhi herrscht. Aber wusstest du, dass sie eine wunderschöne Tochter hat, so reizend wie ihre Mutter hässlich ist? Das Mädchen soll denjenigen heiraten, der für Louhi das Sampo schmiedet.«

 

Mit einer Lesung aus dem finnischen Nationalepos »Kalevala« lädt das Nordkolleg am 17. November zu einer Reise in die Mythen- und Sagenwelt Finnlands an. Das aus zahlreichen Überlieferungen der finnischen Mythologie zusammengestellte und 1835 veröffentlichte Epos, erzählt von den Abenteuern und Taten der großen finnischen Helden. Es berichtet von der Erschaffung der Welt aus dem zerdrückten Ei einer Ente, von der Geburt des weisen Zaubersängers Väinämoinen und dessen Abenteuern, von der Rivalität eines Nordreichs namens Pohjola gegen den Süden sowie von Brautfahrten, Zaubermühlen und sagenhaftem Reichtum.

1828 zog Elias Lönnrot der Verfasser dieses Epos in die entlegenen karelischen Wald-, Sumpf- und Seengebiete aus, um dort die Weisen der berühmten Kantele-Sänger zu sammeln. Insgesamt unternahm er elf Reisen und legte zu Fuß, auf Skiern oder rudernd ca. 20.000 Kilometer zurück. Lönnrot war überzeugt, dass all diese Lieder einst ein großes zusammenhängendes Epos waren und setzte die Lieder zu einer großen Dichtung dem »Kalevala« zusammen.

In seiner Nacherzählung des »Kalevala« begibt sich Tilman Spreckelsen auf die Spurensuche nach Elias Lönnrot und erzählt dabei das »Kalevala« nach. Dabei kleidet er das gewaltige Epos in neue, oft lakonisch und sogar komisch anmutende Sätze.

 

BEGINN um 19.30 Uhr | Einlass 19.00 Uhr

EINTRITT 7 € | 5 €

ORT: Nordkolleg, Bernsteinhaus [H3]

Karten können im Nordkolleg Rendsburg sowie an der Abendkasse erworben werden.

 

Tilman Spreckelsen, geboren 1967, studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg und ist heute als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig. Er hat verschiedene Anthologien ediert und ist Herausgeber der ›Bücher mit dem blauen Band‹ bei Fischer.

Er hat sich intensiv mit den nordischen Erzählwelten auseinandergesetzt und diese Erzähltraditionen in einen zeitgemäßen Sprachduktus übertragen. So erschienen im Galiani Verlag seine Nacherzählungen ausgewählter Island-Sagas (Der Mordbrand von Örnolfsdalur, 2011) und des Kalevala (2014) - beide illustriert von Kat Menschik. Für seinen ersten Kriminalroman »Das Nordseegrab« wurde er mit dem Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum 2014 ausgezeichnet.

2016 erhielt er die erste Grimm-Bürgerdozentur der Stadt Hanau.