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© CAU zu Kiel/ Leica Camera AG

"Kulturpolitik bedarf nicht besonderer Schonung, sondern einer kritischen Diskussion. Darf man eine Politik kritisieren, die das Schöne pflegen und die Identität der Menschen fördern will? Kritik ist nicht Gegnerschaft (...)." Gerhard Schulze: Die Erlebnisgesellschaft. Frankfurt / New York 1992.

Kulturpolitik schafft - im Idealfall - jene Rahmenbedingungen, die für die Verständigung einer Gesellschaft über sich selbst nötig sind. Diese Verständigung ist ein stetiger Prozess, der eine ebenso stetige Diskussion in Gesellschaft und Politik voraussetzt. Die Kulturpolitik in Deutschland ist jedoch in einer institutionellen Krise angelangt, deren Grund in einem gravierenden Mangel an wirklicher Diskussion liegt. Vielmehr werden weitgehend Positionen behauptet. Oder ökonomisch gesprochen: Das schwindende öffentliche Geld fließt in ein paar Institutionen und Initiativen, und immer mehr andere sehen davon nichts. Der zweite Grund für die Unfruchtbarkeit der aktuellen Auseinandersetzung ist bildungspolitischer Natur. Welche Bildung (die nach Max Fuchs, 2005, der subjektive Teil der Kultur ist) setzt welche Kultur voraus und umgekehrt?

Die Tagung "Schärfentiefe. Worüber in der Kultur zu reden ist" arbeitet nahezu ausschließlich mit Gesprächsrunden, in denen Fachleute aus Kultur, Wissenschaft, Bildung, Feuilleton sich differenziert und kritisch mit Kultur und Kulturpolitik auseinandersetzen. Wie kann, wie sollte Kulturpolitik auf verändertes Nachfrageverhalten reagieren? Welche Bildungsziele sind Voraussetzung für Kulturpolitik? Was haben Bildungsziele möglicherweise mit dem kulturellen Erbe zu tun? Welche kulturökonomischen Prozesse sind sinnvolle Bestandteile von Kulturpolitik? Welches Management, welche Professionalität benötigen Kulturbetrieb und Kulturpolitik?
Kulturpolitik muss Ziele und Inhalte von Kultur ebenso diskursiv entwickeln wie adäquate ordnungspolitische und betriebliche Strukturen dafür bereithalten. Nur so wird Kulturpolitik tief in der Gesellschaft zu verankern sein - andernfalls treibt sie Lobbypolitik.

Das Programm sowie eine Übersicht der Gesprächspartner können dem Tagungsflyer entnommen werden.
Tagungsflyer

Eine direkte Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

 

Die Tagung Schärfentiefe ist Bestandteil des Masterstudiengangs Gegenwartsliteratur/ Literaturvermittlung am Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Tagung wird gemeinsam mit dem Nordkolleg Rendsburg und in Zusammenarbeit mit der Kulturpolitischen Gesellschaft/ Bonn veranstaltet.