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Das Schleswig-Holsteinische Landestheater präsentiert neue Theatertexte im Nordkolleg!

In szenischen Lesungen stellt das Schleswig-Holsteinische Landestheater im Nordkolleg Rendsburg aktuelle, eigenwillige und faszinierende Blicke auf unsere heutige Welt vor.

BEGINN
jeweils um 20.00 Uhr | Einlass 19.30 Uhr
EINTRITT
VVK 9,00 € | 5,00 € erm. [zzgl. VVK.-Gebühr 0,90 € | 0,50 €]
AK 10,00 € | 6,00 €

Karten können an der Theaterkasse und im Nordkolleg Rendsburg sowie an der Abendkasse erworben werden.

Weitere Informationen zur Lesereihe erhalten Sie direkt beim Nordkolleg Rendsburg bei Britta Lange.
britta.lange(at)nordkolleg.de | Telefon: 04331-1438 11.

Termine

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Wolfram Lotz hat ein Stück geschrieben - »Ein harmloser Theatertext! Man darf das nicht verwechseln mit dem, was in der Wirklichkeit geschieht!« Ein Versuch, in Worte und Bilder zu fassen, wie es sich in dieser verdammten Welt denn aushalten lasse.

Dazu erzählt Lotz von einem Somalier, dessen heimische Fischgründe von den Flotten wohlhabenderer Länder leergefischt wurden und der darüber zum Piraten geworden ist. Er lässt zwei Bundeswehroffiziere durch die Wildnis reisen, auf der Suche nach einem wahnsinnigen Oberleutnant. Er berichtet von Eingeborenen, die sich in den Schutz von Blauhelmen begeben und von diesen an Unternehmer »vermietet« werden, um Rohstoffe für die globale Handyproduktion abzubauen.

Angelehnt an Joseph Conrads »Herz der Finsternis« und Francis Ford Coppolas »Apocalypse Now« erzählt Wolfram Lotz in DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS von der Unmöglichkeit, das Fremde zu verstehen. Eine Irrfahrt, an deren Ende nur noch das Ich und seine Existenz stehen - lächerlich im Finstern.

Sein oder Nichtsein - die bitter-komische Familiengeschichte und wortgewaltig-raffinierte Textkomposition HAMLET IST TOT. KEINE SCHWERKRAFT von Ewald Palmetshofer stellt diese Frage neu.

Die Geschwister Dani und Mani kommen nach Hause, um am gleichen Tag sowohl den 95. Geburtstag ihrer Großmutter als auch die Beerdigung ihres Schulkameraden Hannes zu begehen. Ihre Mutter Caro überlegt, wie sie die Jubilarin beseitigen kann, Vater Kurt hat ein Verhältnis mit der Mutter des Verstorbenen. Beim Begräbnis begegnen sie auch noch ihren ehemaligen Freunden und Lieben Bine und Oli, die inzwischen miteinander verheiratet sind. Die Ereignisse des Tages münden in eine Katastrophe…

An den Rändern des Lebens, in sich wechselseitig reflektierenden Dialogen, Figuren-Beziehungen und Konstellationen lotet das Stück nichts Geringeres als die Gründe und Abgründe unseres Daseins aus. Um die Schwerkraft geht es - um Lebendigkeit, Sinn und Verankerung in Welt und Gegenwart.

love, familie, philosophie: sind die drei Überschriften, mit denen Konstantin Küspert in rechtes denken die Mechanismen rechtsextremer Positionen in unserer Gesellschaft beschreibt.

love zeigt als Polit-Soap, wie zwei Studentinnen ein Theaterstück über die Gefahren von „rechtem Denken“ entwickeln. Auf der Suche nach einer Geschichte, die der Materie gerecht wird, stolpern sie schnell über ihre eigenen Ansprüche. Und dann verknallt sich die eine noch in einen Burschenschafter. Am Mittagstisch der familie begibt sich der Sohn auf der Suche nach Strukturen in die ganze Bandbreite rechtsradikalen Denkens. Die Reaktionen der Eltern sind kaum weniger erschreckend als seine Reden. In philosophie  geht es um die grundsätzlichen Fragen: Der Mensch ist des Menschen Wolf – von biblischen Zeiten über Thomas Hobbes Idee, wie Staat und Bürger zueinander stehen, bis zur gegenwärtigen Besorgnis in Bezug auf all die Fremden.

Konstantin Küspert verwebt in seinem 2015 uraufgeführten Theaterstück komplexe Gedanken mit ironischer Leichtigkeit und tragikomischen Dialogen zu einem hochaktuellen Thema.

Ein in geordneten Verhältnissen lebender Hochverdiener wird zum Mörder und Vergewaltiger, eine enttäuschte Jugendliche greift zum Messer, ein junger Ukrainer flüchtet vor seiner Homosexualität in den Kampf um Donezk.

In Salzmanns poetischer Sammlung von Episoden, Szenen, Monologen und Chören steht der Dschihadismus synonym für jedwede Form der Radikalisierung. Inmitten unserer Gesellschaft verortet, zeichnet das hochaktuelle Stück (2017) Wege junger Menschen in die Ver- und Zerstörung nach. Es unternimmt den mutigen Versuch, der im Titel formulierten Aufforderung nachzukommen und fragt: Woran entzündet sich die Gewalt? Warum lieber für etwas töten und sterben als für etwas leben wollen?