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Mit der Veranstaltungsreihe »Literatur in der Lounge« stellt der Fachbereich »Literatur und Medien« in loser Reihenfolge Autorinnen und Autoren und ihre jüngsten Bücher vor.

An drei Abenden im Januar und Februar präsentieren Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre Werke und erzählen vom Schreiben, von Motiven, Motivationen und dem Leben als frei- oder nebenberuflicher Autor.

Bekannte Autorinnen und Autoren stehen neben weniger bekannten, moderne Erzählweisen neben traditionellen, fantastisches neben realistischem Erzählen, autobiografisch geprägte Romane neben reiner Fiktion: Jeder Abend dieser kleinen Reihe vermittelt einen Eindruck in die spannende Vielfalt zeitgenössischer Literatur.

BEGINN:  jeweils um 19.30 Uhr | Einlass 19.00 Uhr

EINTRITT: VVK 9,00 € | 6,00 € erm. [zzgl. VVK.-Gebühr 0,90 € | 0,60 €] AK 10,00 € | 7,00 €

Karten können ab dem 18. Dezember 2017 in der Buchhandlung Goeser, der Coburg´schen Buchhandlung, der Buchhandlung Liesegang in Rendsburg, bei der Touristeninformation Rendsburg sowie im Nordkolleg Rendsburg erworben werden.

Weitere Informationen zur Lesereihe erhalten Sie direkt beim Nordkolleg Rendsburg bei Britta Lange: britta.lange(at)nordkolleg.de | Telefon: 04331-1438 11.

Termine

(c) Martin Fengel

 

In ihrem aktuellen Roman »Paula« [Hanser Berlin, 2017] begibt sich Sandra Hoffmann auf die Spurensuche nach dem Leben ihrer Großmutter, die zeitlebens ein großes Geheimnis hütet: Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war.Eindrucksvoll erzählt die Autorin von der erdrückenden Macht des Schweigens sowie dem Versuch, die Lücke zwischen dem was war und dem was gewesen sein könnte, zu schließen. Kunstvoll verbindet Sandra Hoffmann Realität und Fiktion und nähert sich tastend der möglichen Biografie einer Frau, die ihr erdrückend nahe war und von der sie doch recht wenig weiß.

»Sandra Hoffmann nähert sich dem, worüber niemand spricht. Den Erinnerungsfetzen, kleinen Imaginationen, die sich leitmotivisch durch das Buch ziehen. […] Die Erzählerin beschönigt nichts. Auch das macht dieses kleine Buch zu einem großen Leseerlebnis.« [Julia Schröder, SWR2, 01.10.17]

Sandra Hoffmann, 1967 in Laupheim, geboren, lebt als freie Schriftstellerin in München. Sie arbeitet für das Literaturhaus, unterrichtet kreatives Schreiben und schreibt für das Radio. 2002 debütierte sie mit der Erzählung »Schwimmen gegen Blond«. Es folgten die Romane »Den Himmel zu Füßen« [2004] und »Liebesgut« [2008]. Für ihren letzten Roman »Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist« [2012] erhielt sie den Thaddäus-Troll-Preis. Für »Paula« wird ihrder Hans Fallada Preis der Stadt Neumünster 2018 verliehen.

2015 stellte Sandra Hoffmann ihren Roman »Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist« in einer Wohnzimmerlesung des Nordkollegs vor. Anschließend las sie aus einem unveröffentlichten Manuskript, das nun zwei Jahre später ein preisgekröntes Buch geworden ist.

(c) Jürgen Bauer

In ihren neuen Erzählungen »Tiere für Fortgeschrittene« [Kiepenheuer & Witsch, 2017] lotet Eva Menasse familiäre Untiefen aus: Mit präzisem, zugleich emphatischem und unsentimentalem Blick schaut sie auf heutige Beziehungen und deren Abgründe. Unerbittlich nimmt sie die verzweifelten Bemühungen ihrer Objekte in den Blick, das einmal entworfene Selbstbild aufrecht zu erhalten - und erweist sich einmal mehr als grandiose Beobachterin.

Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Wer daran Vergnügen hat, kann teilhaben am Gestaltungsprinzip ihrer Erzählungen, indem er Mustern und Motiven nachspürt. Alle anderen Leser werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.

In der Jurybegründung zum Österreichischen Buchpreis heißt es: »Mit dem Österreichischen Buchpreis 2017 wird ein Erzählband ausgezeichnet, der auf pointierte und stilistisch ausgefeilte Weise zeigt, dass auch in der kleinen Form die großen zwischenmenschlichen und gesellschaftspolitischen Themen verhandelt werden können.«

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman »Vienna« sowie ihre folgenden Erzählungen und Essays waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. Für ihren Roman »Quasikristalle« wurde sie mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis, dem österreichischen Alpha-Literaturpreis sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt für ihr bisheriges Werk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor. 2017 erschien ihr Erzählungsband »Tiere für Fortgeschrittene« , für das sie mit dem österreichischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet wurde

(c) Mathias Prinz

In dem Haus mit der Nummer 29 gehen seltsame Dinge vor sich. Don verwandelt sich vor den Augen seiner Frau Lina in einen Baum. Sie gießt ihn täglich und kämmt ihm die Äste ins Gesicht. Ronda hält Goldfische in einem fensterlosen Raum und ein unbemerkter Mitbewohner nistet sich im Aufzug ein, während eine Wohnung ihre Mieter förmlich verschluckt. Die Menschen in Nummer 29 sind seltsam verschworen und kennen sich dabei kaum. Rita, fast so alt wie das Haus selbst, ist Beobachterin, Schlichterin und Richterin. Rita sieht was keiner sieht, und sie versteht, was keiner sagt. Doch bevor sie ihr Wissen weitergeben kann, ist die kleine Maia auf rätselhafte Weise verschwunden. Spielerisch und leicht erzählt Juliana Kálnay in ihrem Debütroman Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens [Wagenbach 2017] surreale, alltägliche und schräge Episoden um eine skurrile Hausgemeinschaft und ein Haus, das nicht nur unentdeckte Räume in sich birgt.

»[...]ein Roman wie eine Wunderkugel: Mit jeder Seite, die man umblättert, verschwimmt die Szene kurz und setzt sich aufs Neue zusammen .« [FAZ] 

In der Jurybegründung zum ZDF-aspekte- Literaturpreis heißt es: »In ihrem Debütroman 'Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens' ringt Juliana Kálnay um einen anderen, einen fantastischen Blick auf die Welt. [...] In feinen, leicht verschwommenen Vignetten erzählt Kálnay auf den Spuren des magischen Realismus vom Wundern und Träumen dieser Hausbewohner.«

Juliana Kálnay, geboren 1988 in Hamburg, wuchs zunächst in Köln und dann in Málaga auf. Sie veröffentlichte in deutsch- und spanischsprachigen Anthologien und Zeitschriften und erhielt das Arbeitsstipendium Literatur der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein 2016. Sie war als Volontärin im Literaturhaus Schleswig-Holstein tätig und lebt und schreibt in Kiel. "Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens" ist ihr erster Roman, für den sie den ZDF- aspekte. Literaturpreis 2017 erhielt.