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Mit der Veranstaltungsreihe »Literatur in der Lounge« stellt der Fachbereich »Literatur und Medien« in loser Reihenfolge Autorinnen und Autoren und ihre jüngsten Bücher vor.

An vier Abenden von Januar bis April präsentieren Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre Werke und erzählen vom Schreiben, von Motiven, Motivationen und dem Leben als frei- oder nebenberuflicher Autor.

Bekannte Autorinnen und Autoren stehen neben weniger bekannten, moderne Erzählweisen neben traditionellen, fantastisches neben realistischem Erzählen, autobiografisch geprägte Romane neben reiner Fiktion: Jeder Abend dieser kleinen Reihe vermittelt einen Eindruck in die spannende Vielfalt zeitgenössischer Literatur.

BEGINN:  jeweils um 19.30 Uhr | Einlass 19.00 Uhr

EINTRITT: VVK 9,00 € | 6,00 € erm. [zzgl. VVK.-Gebühr 0,90 € | 0,60 €] AK 10,00 € | 7,00 €

Karten können ab Januar in der Buchhandlung Goeser, der Coburg´schen Buchhandlung, der Buchhandlung Liesegang in Rendsburg, bei der Touristeninformation Rendsburg sowie im Nordkolleg Rendsburg erworben werden.

Weitere Informationen zur Lesereihe erhalten Sie direkt beim Nordkolleg Rendsburg bei Britta Lange: britta.lange(at)nordkolleg.de | Telefon: 04331-1438 11.

TERMINE

(c) Havin Al-Sindy

Sanaa ist 22. Sie studiert, hat einen Freund und einen Liebhaber, und sie hat Träume.
Alles könnte gut sein, wäre da nicht die Realität, die sie immer wieder kneift, während sie träumt – kneift wie die Krabbe damals im Irak, als sie im Fluss badete. Die Realität, das sind: Sanaas Mutter Asija, die unter Depressionen leidet. Ihr Vater Nasser, der sich von seiner Familie entfremdet hat. Ihre Schwester Helin, wütend, orientierungslos. Und ihre Tante Khalida, die Tag für Tag Tabak rauchend auf dem Sofa der Familie sitzt und über alles wacht. Sanaa rebelliert gegen die Enge ihres Umfelds, doch sie kann der Verantwortung für ihre Familie nicht entfliehen.

Rauschhaft und kraftvoll, dann wieder unbeschwert und komisch, erzählt Karosh Taha von einem Leben zwischen Freiheit und Verantwortung, Erinnerung und Zukunft, Mythos und Wirklichkeit. In »Beschreibung einer Krabbenwanderung« [DuMont, 2018] entwirft Karosh Taha Figuren, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen und denen man nichts mehr wünscht, als dass sie nach langer Reise endlich ankommen.

»Karosh Taha ist mit diesem Buch etwas Großes gelungen: Mit einer Heldin, wie sie der deutschen Gegenwartsliteratur bislang gefehlt hat, nimmt sie uns mit auf eine Reise –  wenige Straßen weiter, in das nächste Viertel.« Shida Bazyar

(c) Lothar Köthe

Mühlheim bei Frankfurt. Ein Kreis von Freunden trifft sich und versucht, über Freundschaft und Gesellschaft nicht nur nachzudenken, sondern auch Utopien eines anderen Zusammenlebens zu verwirklichen. Dabei: Hermann, einst Doktorand der Philosophie, dann Aussteiger, jetzt Lehrer in Frankfurt. Maryam, eine iranische Sängerin, die auswandern musste, weil ihr das Singen verboten wurde. Dabei auch: Younes, ein libanesischer Pastor, Zygmunt, ein polnischer Handwerker, Bernhard, ein Ex-Sponti, der lange einen Verein für Jugendsozialarbeit leitete, Ulla, seine Frau, Kadmos, ein arabischer Lyriker.

In »Der Idiot des 21. Jahrhunderts« [Galiani, 2018] erzählt Michael Kleeberg vom Orient und Okzident, Einwanderern, Auswanderern, Aussteigern, dem Islam, das Christentum, dem Kapitalismus und der Suche nach dem Glück. Es geht um Geschichten und Schicksale in einer globalisierten Welt. In diesem großen Wurf gelingt es ihm, die wichtigen Fragen unserer Zeit in packende Literatur zu verwandeln.

»Ein ost-westlicher Divan des 21. Jahrhunderts – auf den Spuren Goethes versammelt Michael Kleeberg zwölf Geschichten mit allen Problemen und Konflikten unserer Zeit: Terrorismus, Fundamentalismus, Kampf der Kulturen. Vom Libanon und Iran bis in die hessische Provinz - am Ende steht die Vision einer humanistischen Utopie, wo Menschen trotz aller Unterschiede einander Freund sein können. Ein großer, anspruchsvoller, weltliterarischer Wurf – und er gelingt!« Joachim Scholl, Deutschlandradio Kultur


Michael Kleeberg, 1959 in Stuttgart geboren, ist ein in Berlin lebender Schriftsteller und Übersetzer. Seine Bücher (u.a. Ein Garten im Norden, Vaterjahre) wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Zuletzt erhielt er den Friedrich-Hölderlin-Preis (2015), den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2016) und hatte die Frankfurter Poetikdozentur 2017 inne.

(c) Kirsten Fuchs

»Ich gehe durch das Deutschland meiner Tage« [Edition Eichthal, 2018] versammelt Texte und Essays des in Kiel lebenden Autors Feridun Zaimoglu. Er erzählt darin von seiner Kindheit und von seinem »Ausbruch aus der Unterschicht in die bürgerliche Disziplin der Literatur«, von Schwester und Mutter, von Bekannten und Unbekannten, von Erlebnissen, Reisen und Lektüren – und erweist sich einmal mehr als ebenso reicher Geschichtenerzähler wie als scharfsinniger Analytiker der Gegenwart.

Feridun Zaimoglu ist Sohn türkischer Gastarbeiter und kam 1965 mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wohnte bis 1985 in West-Berlin und München. Seit Ende der 80er Jahre ist er als freier Schriftsteller in Kiel tätig.
Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und seit 2011 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

(c) Marcus Höhn

Buenos Airos in den Jahren 1974/1975: Die Menschen in dem Viertel Ballester sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Airos eine Existenz aufgebaut: Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der »Ewigen Schönheit«, oder die Mechaniker der Autowerkstatt »Autopia«.

Am Vorabend des großen Militärputsches kämpfen sie alle auf ihre Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität, das Leben wird zunehmend von aufkeimenden Ängsten und Ahnung geprägt.

Mit feinem Gespür für die Poesie des Alltags erzählt María Cecilia Barbetta in »Nachtleuchten« [S. Fischer, 2018] von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes.

»Eine Feier der Ausschmückung und Abschweifung, in komplexen Sätzen, gelegentlich unterbrochen von sprachspielerischen, grafischen Einschüben. Eine anspruchsvolle Lektüre für Liebhaber des literarischen Groß-Panoramas.«  Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur, 16.08.2018